Über LON
LON – Local Operating Network – ist eine Netzwerk-Technologie für die Automation. LON macht es möglich, Geräte aus unterschiedlichen Systemen und Gewerken in einem System zu integrieren. Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die von der amerikanischen Echelon Corporation unter dem Namen LonWorks entwickelte LON-Technologie weltweit verbreitet.
Viele Anwendungsbereiche - gewerkeübergreifend
Mit LON lassen sich in unterschiedlichen Bereichen Anwendungen realisieren – auch gewerke- und branchenübergreifend. Wichtige Einsatzgebiete sind die Gebäudeautomation – dort ist LON ein de-facto Standard – die Industrie- und Prozessautomatisierung, der Bereich der Ver- und Entsorgung, der Energietechnik und des Verkehrs. Weitere Einsatzbereiche sind Agrartechnik, Consumer-Elektronik, Förder-/Lagertechnik, Gastronomietechnik, Identifikationssysteme, Luftfahrt/Raumfahrt. Diese Auflistung ist bei Weitem nicht vollständig.
Offene Technologie - Wirtschaftlich und zukunftssicher
LON ist eine offene Technologie. Offen heißt, dass jeder das der Technologie zugrunde liegende LonTalk-Protokoll nutzen, LON-Komponenten entwickeln und herstellen und Dienstleistungen rund um LON anbieten kann. Die Zahl der am Markt vorhandenen Komponenten, Produkte und Dienstleistungen wächst ständig. Für den Nutzer bedeutet das, dass er weltweit zwischen verschiedenen, um den besten Preis und die beste Qualität konkurrierenden Anbietern, auswählen kann. Wer LON nutzt, ist nicht von einem Hersteller oder Anbieter abhängig. Die LON-Technologie wurde von Anfang an für den übergreifenden Einsatz in unterschiedlichen Bereichen konzipiert. Voraussetzung dafür ist die Interoperabilität zwischen den Geräten. Die Interoperabilität sorgt dafür, dass sowohl LON-Geräte aus unterschiedlichen Systemen als auch LON-Geräte unterschiedlicher Generationen problemlos kommunizieren können. Änderungen und Erweiterungen sind so problemlos möglich, ohne dass alte Investitionen an Wert verlieren. Zudem ist die LON-Technologie international als Standard genormt (EIA-709 / EIA-852 bzw. EN 14908) und so in diesen Ländern universell einsetzbar.
Verteilte Intelligenz – in freier Topologie
LON beruht auf dem Prinzip der verteilten Intelligenz. Alle in einem LON-Netzwerk integrierten Sensoren und Aktoren, auch Knoten genannt, verfügen jeweils über einen frei programmierbaren Chip. Dieser so genannte „Neuron“ besteht aus drei CPU-Kernen, von denen zwei für die Busanschaltung und das Protokoll zuständig sind. Der dritte steht für Anwendungsprogramme zur Verfügung. Diese Knoten können in beliebigen Netzwerk-Topologien über verschiedene Übertragungsmedien wie Zweidrahtleitung, Funk, Lichtwellenleiter, Powerline und auch über IP miteinander verbunden werden. Die Kommunikation in einem LON-Netzwerk erfolgt unabhängig von einer Zentrale. Die Knoten tauschen Informationen direkt untereinander aus und diese können Aktionen an jedem beliebigen Ort und bei jedem beliebigen Teilnehmer innerhalb des LON-Netzwerkes auslösen. Dafür gibt es ein gemeinsames Kommunikationsprotokoll – LonTalk –, standardisierte Netzwerkvariablen – SNVTs und standardisierte Funktionsprofile für unterschiedlichste Anwendungen.
Ortsübergreifende Netzwerke
LON-Netzwerke sind nicht lokal begrenzt. Über das Internet bzw. Intranet können LON-Netzwerke auch von entfernten Orten aus kontrolliert und gesteuert werden oder lokale Netzwerke zu großen, ortsübergreifenden Netzwerken zusammengefasst werden. Ein Unternehmen mit mehreren Standorten kann somit alle Liegenschaften in einem Netzwerk integrieren.
Interoperabilität
Eine wesentliche technische Voraussetzung für ein funktionierendes LON-Netzwerk ist die Interoperabilität verschiedener Geräte unterschiedlichster Funktionen und unterschiedlichster Hersteller. Interoperabilität bedeutet, dass die Geräte im LON-Netzwerk problemlos miteinander kommunizieren und arbeiten können. Die Interoperabilität von LON Komponenten stellt die internationale Organisation LonMark International sicher. LonMark International erarbeitet Profile und Design-Richtlinen – sogenannte Guidelines.
Neues gewerkeübergreifendes Denken
Planerische Voraussetzung für ein gut funktionierendes System auf Basis der LON-Technologie ist, dass bei Planern das gewerkeorientierte Denken durch ein ganzheitliches, gewerkeübergreifendes Denken und Planen abgelöst wird. Bei der praktischen Umsetzung wird der Planer hier durch Systemintegratoren unterstützt.
LonMark Organisationen weltweit
Auch die Weiterentwicklung und Verbreitung der LON-Technologie funktioniert nach dem Prinzip der verteilten Intelligenz. Da LON eine offene Technologie ist, arbeiten weltweit tausende Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen an neuen Anwendungen und Produkten. In Europa und vielen Ländern außerhalb Europas haben sich diese Firmen sowie Hochschulen, Systemintegratoren, Planer und Endkunden in nationalen Nutzer-Organisationen organisiert. LonMark Deutschland e.V., 1993 als LON Nutzer Organisation e. V. (LNO) gegründet, ist die größte dieser nationalen Nutzer-Organisationen.
Für weitere Informationen
LonMark Deutschland e.V.
Theaterstr. 74
D-52062 Aachen
Tel.: +49 241 88970-36
Fax: +49 241 88970-42
E-Mail: office@lonmark.de